Alderley Edge

Sehenswürdigkeiten NordenglandNachdem letztes Wochenende Manchester City zum ersten Mal seit 44 Jahren den Meistertitel geholt hatte, trat ihr Trainer Roberto Mancini freudestrahlend im Fernsehen auf. Der Moment, als seine Blues die Schale in den Händen gehalten hätten, wäre der schönste seines Lebens gewesen. Aber nicht im Stadion stand er oder in den BBC-Studios in Salford, sondern in einem unscheinbaren italienischen Cafe names Prontofresco in Alderley Edge, 20km südlich von Manchester gelegen.                                                           Kein Wunder, denn hier im Elite-Vorort wohnen all diejenigen, die ein paar Millionen zur Verfügung haben, um sich eine riesige Prunkvilla leisten zu können. Alderley Edge gehört zu den wohlhabendsten Orten Großbritanniens.                                                                        Aber wenn man die blondierten Fußballfrauen und überteuerten Boutiquen hinter sich lässt und stattdessen auf den hohen Felsvorhang steigt, nach dem das darunter liegende Dorf benannt ist, dann bietet sich hier eine tolle Sicht weit über die Ebene von Cheshire hinweg.    Cheshire Alderley Edge hat viele magische Konnotationen: in einen der Felsvorhänge ist das bärtige Gesicht des Zauberers Merlin geritzt, unter dem Wasser in ein moosbewachsenes Becken tröpfelt. Merlin’s Well heißt diese Quelle, und soll die Stelle sein, an dem Merlin einem Bauern eine Höhle im Fels zeigte, in der er eine riesige Armee in altertümlicher Kleidung schlafend vorfand: das Heer von König Artus, dass hier ruhen soll, bis es irgendwann erwachen wird, um Britannien aus großer Not zu retten. Wenn man im The Wizard Pub, zehn Minuten entfernt an der Macclesfield Road gelegen, anschließend ein paar Pints zu viele trinkt, glaubt man solche Geschichten dann schon – fast. cheshire cheshire

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A dreaded sunny day…

bluebells manchester…so let’s go where we’re happy and I meet you at the cemetry gates’, heißt es in dem berühmten Smiths-Lied, in dem Morrissey den Friedhof um die Ecke seines elterlichen Hauses besang, den Southern Cemetery in Chorlton also. Wer heute auf seinen Spuren zwischen den halb verfallenen Grabsteinen herumspaziert, trifft auf die Gräber aller möglicher Berühmtheiten der Stadt: das des Malers L.S. Lowry zum Beispiel, oder Sir Mat Busbys, der von 1945 bis 1971 Trainer von Manchester United war. Im neueren Teil liegen unter anderen Anthony Wilson, der Gründer der Factory Records, sowie einer der berüchtigsten Gangster der Stadt, Desmond Noonan, begraben.                                                 ‘All those people, all those lives, where are they now? With loves and hates and passions just like mine, they were born and then they lived and then they died. Seems so unfair, I want to cry.’

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Crap UK

england ist scheisseNein, dass soll kein Kommentar zur derzeitigen Lage im Land sein, sondern ist der Name einer neuen Partei, die hier bei den Lokalwahlen am 3. Mai antritt. Und zwar einer Ein-Mann-Partei, die sich nach kurzem Googeln nicht nur als äußerst Rechts sondern vor allem als äußerst doof herausstellt. John Heginbothams macht sich nämlich besonders für eins stark: ein von Europa und seinen keltischen Nachbarn (yep, Wales, Schottland und Nordirland) befreites England, dass seinen Schutzpatronen St Georg jährlich mit einem Feiertag ehrt. Oh, und gegen Hundekot auf den Straßen, dog crap also, macht sich die C.r.a.p.-Partei auch stark. Das Land hat ja im Moment keine anderen Probleme.              Zum Glück liegen Heginbothams Chancen auf einen Wahlsieg hier im liberalen Nordwesten ganz genauso hoch wie die der Konservativen: bei genau Null.

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Manchesters Ess Paradies

Chorlton ManchesterNach täglichen Tapas in Spanien sehnte ich mich diese Woche irgendwann doch nach richtigem Essen. Genug von Kraken, Tinten- und Trockenfischen, ich wollte deutsches Essen! Kohlrouladen und Kaiserschmarrn und Sauerbraten – alles, wonach das deutsche Ess-Herz eben verlangt. Wie gut, dass es jetzt in Manchester tatsächlich ein deutsches Restaurant gibt: das Hotspot Ess Paradies im hippen Vorort Chorlton. Hier kann man es sich zwischen deutschen Kochbüchern und Schwarz-Weiß-Bildern von Marlene Dietrich und anderen Hollywood-Stars bei Deutsch-Pop im Hintergrund so richtig gutgehen lassen. Meine Currywurst schmeckte wie aus einem Edel-Imbiss und der Fantakuchen (von dem ich als Langzeit-Auswanderin noch nicht einmal vorher gehört hatte) war unwiderstehlich. Und nach dem Essen kann man sich mit dem netten Gießener Besitzer Ramin und seinem Team noch schön auf Deutsch austauschen. Wer in Manchester irgendwann plötzlich von Heimweh überfallen werden sollte, ist hier genau am richtigen Ort gelandet.

Das Ess Paradies ist in der Barlow Moor Road 372 in Chorlton, Südmanchester, zu finden und Dienstags bis Freitags von 16-22 Uhr geöffnet, Samstags von 12-22Uhr und Sonntags von 12-21 Uhr. Telefon: 01618816881restaurants manchester

 

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Dürre in England

drought englandIn halb Großbritannien herrscht jetzt offiziell Dürre, lese ich gerade in der Zeitung. Nachdem es den zweiten Winter in Folge nicht genügend geregnet hat sind in 17 Grafschaften die Talsperren beängstigend leer und die Trockenperiode soll angeblich noch bis zum Ende dieses Jahres anhalten. Ab 1. April schon dürfen in vielen Teilen Englands keine Schläuche oder Sprenkler mehr zum Gießen benutzt werden.                                           Soll uns egal sein. Hier prasselt schon seit Stunden der Regen fröhlich gegen die Scheiben. Manchester gehört eben zu der anderen Hälfte.

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www.annainspain.de

Bei diesem wunderschönen Wetter in Manchester habe ich herzlich wenig Lust in Urlaub zu fahren. Aber too late, ab geht’s in südlichere Gefilde. See you in a few weeks!

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The Gospel According to The Smiths

The Smiths manchesterNächsten Monat wird es dreißig Jahre her sein, dass der 18-jährige Johnny Marr an die Tür eines unscheinbaren Reihenhauses in der King’s Road Nummer 384 in Südmanchester klopfte.                                                                                                                ‚There was no advance phone call or anything. I just knocked and he opened.‘ He war natürlich der damals 23-jährige Morrissey, der den Gitarristen einlud einzutreten und eine Tasse Tee mit ihm zu trinken. Die beiden redeten stundenlang über ihre Liebe zu Patti Smith, den New York Dolls und Sixties Girl Groups, und der Rest is History, wie man so schön sagt – zusammen mit Andy Rourke und Mike Joyce gründeten die beiden The Smiths, noch heute eine der einflußreichsten Bands aller Zeiten. Das 30-jährige Jubiläum wird in ihrer Heimatstadt groß gefeiert, mit einer Ausstellung in der Holden Gallery und einem Symposium im Cornerhouse am 12. April. The Smiths manchesterDie Ausstellung (The Gospel According to…) ist noch bis zum 5. Mai zu sehen und zeigt Werke von mehreren bekannten europäischen Künstlern, die alle auf ihre Weise von den Smiths beeinflusst wurden. Am schönsten: Lars Laumanns Morrissey Foretelling the Death of Diana, eine nette Verschwörungstheorie, die auch die Skeptischsten schnell davon überzeugen wird, dass Morrissey hellsichtig ist.the smithsmorrissey

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Algenbrötchen, anyone?

seaweed rollsUnser Morrisons um die Ecke hat umgebaut und nicht nur die Nebelmaschinen, die das Gemüse frisch halten sollen, sondern auch die neuen Produkte wirken alle leicht futuristisch. Von Rambutans über Grafitti-Zuccinis und Okra gibt es plötzlich so ziemlich alles. Sogar Algenbrötchen. Die sehen zwar wie Schafsköttel aus, schmecken aber überraschend gut. Und kosten am Abend, wenn alle Frischwaren heruntergesetzt werden, nur noch 19 Pfennige. Bargain!

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Die über-coole deutsche Sprache

manchester barsNicht nur die Deutschen klauen ständig aus dem Englischen, die Engländer tun das gleiche auch umgekehrt. Wenn auch manchmal nur ein paar Pünktchen: die Möbelfirma Möben aus Manchester musste vor einigen Jahren fast das ö aus ihrem Titel entfernen, weil der harmlose Umlaut potentiellen Käufern den Eindruck hätte geben können, es handele sich um eine deutsche Marke. Bei Möbeln, Autos und elektrischen Geräten lohnt es sich eben, deutsch zu sein.                                                                                                               Ein kleines Wort, dass sich längst (mal mit, mal ohne) Umlaut in den englischen Wortschatz reingeschmuggelt hat, ist über. Wenn jemand extrem nett ist, ist er ‘uber-nice’, ein sehr hipper Typ ist ‘uber-trendy’, ein sehr witziger ‘uber-funny’. Und so gibt es in Manchester natürlich mittlerweile auch schon eine ‘Über Lounge’. War längst überfällig.   Schade nur, dass sie leider überhaupt nicht toll ist.

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Die schönsten Strände bei Manchester

Meer Wales‘Manchester has everything except a beach’, sagte Stone Roses-Sänger Ian Brown einmal, und hatte damit zwar recht, aber nur so eben. Denn in weniger als einer Stunde Fahrtzeit steht man schon in den riesigen Dünen von Formby oder zwischen Anthony Gormleys Bronzestatuen am Strand von Crosby. Und wer noch ein bißchen mehr Zeit hat, dem steht die ganze nordwalisische Küste zur Wahl.

Wenn das Wetter so schön ist wie heute, sind dies meine Lieblingsziele:                                 1. Talacre Beach, Flintshire, Wales. Zwar ist dies mit ca. 80 Minuten der weitentfernteste Strand, dafür bietet sich aber ein Stop im schönen Chester an. Weißer, weiter Sandstrand, der selten voll wird. Und Talacre Beach hat etwas, was die anderen Strände nicht bieten können: einen alten Leuchtturm! Auf dem es spukt und immer wieder merkwürdige Dinge gesehen werden! Was will man mehr?

2. Formby Beach, Sefton. Ungefähr eine Stunde Fahrtzeit. Ausgedehntes Dünengebiet mit schönem Pinienwald dahinter, einem der letzten Orte Englands, an dem es noch rote Eichhörnchen gibt (überall sonst sind sie von ihren grauen Verwandten aus Nordamerika verdrängt worden). Der Strand und das umliegende Land werden vom National Trust verwaltet, was heißt, dass es Toiletten und Broschüren en masse gibt, man dafür aber auch eine 5 Pfund Parkgebühr zahlen muss.

3. Crosby Beach, Liverpool. Ungefähr 50 Minuten Fahrtzeit. Der Strand, der an die nördlichen Vororte Liverpools angrenzt, wäre wohl nicht auf meiner Liste, wenn hier nicht die Bronzemänner des Künstlers Anthony Gormley zu sehen wären. Aber mitanzusehen, wie die 100 lebensgroßen Statuen langsam in den Fluten untergehen, ist wirklich die Fahrt wert.

Und wem eine zweistündige Fahrt nicht zu weit ist und Zeit genug für eine Übernachtung hat, der könnte zum Beispiel an diesen Ort auf der schönen Insel Anglesey fahren.

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