Anglesey Coast Path

Anglesey Coastal PathIch arbeite gerade an einem Wanderführer zum Anglesey Coastal Path, der nächstes Frühjahr im Conrad Stein Verlag erscheinen wird. Für die, die Anglesey nicht kennen: es ist eine Insel in der Irischen See, die nur durch einen engen Meeresarm vom nordwalisischen Festland getrennt ist. Seitdem ich vor acht Jahren zum ersten Mal über die Britannia-Brücke, die Anglesey mit dem Festland verbindet, gefahren bin, geht es mir wie vielen Besuchern von Ynys Mon (so der walisische Name): ich muss fast schon zwanghaft immer wieder zurückkehren. Kaum sonst wo in Großbritannien findet man auf so kleinem Raum so vielfältige Landschaften wie hier: weite Sandstrände, immer hintermalt von den Gipfeln des Snowdonia-Gebirges, leuchtendblaue kleine Buchten, in denen oft Tümmler und Delfine zu sehen sind, süße Fischerdörfchen, weite Salzwiesen, schroffe Klippen und dann wieder stille Pinienwälder. Gerade im Frühsommer ist es herrlich dort, denn dann färben die überall blühenden Glockenblumen alles blau. Ich freu mich schon jetzt darauf, in ein paar Wochen mit den Recherchearbeiten weiterzumachen. Ynys Môn yma rydym yn dod!Anglesey Coastal Path

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Die Queen zeigt Farbe

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Schwarz-gelb Manchester

Als ich 1995 zum ersten Mal in Piccadilly Gardens, dem Zentrum von Manchester, stand, war mein erster Gedanke: ‘Schön häßlich hier. Ganz wie zu Hause in Dortmund.‘ Nun spross damals noch Unkraut aus den alten Fabrikgebäuden, die heute längst in schicke Wohnungen umgebaut worden sind; das Land am Hauptbahnhof, wo sich heute ein teures Hotel an das andere reiht, lag einfach brach und der Beetham Tower stand auch noch nicht. Auch in Dortmund hat sich seitdem vieles verändert – das meiste zum Guten. Aber trotzdem handelt es sich bei beiden immer noch um Städte, in die man sich erst auf den zweiten Blick verliebt. Alte Arbeiterstädte, mit denen es nach dem Einbruch der Industrie stark abwärts ging und die sich erst in den letzten fünfzehn Jahren wirklich haben erholen können; traditionelle Labour bzw. SPD-Hochburgen, die für die Bodenständigkeit ihrer Bewohner bekannt sind und wegen ihrer Industrie lange viele Migranten anzogen. Und vor allem sind es beide Städte, die heute in der Welt hauptsächlich für eines berühmt sind: Fußball. In Manchester steht auf Postkarten, die man im Touristikbüro in der Portland Street kaufen kann, ein Zitat vom früheren Man U-Spieler Eric Cantona: ‚Here there is an insane love of football, of celebration, of music.‘ Auf den Karten am Westenhellweg steht etwas prosaischer formuliert mehr oder weniger das gleiche: ‚Fußball und Bier, das sind wir.‘ Aber trotz der Berühmtheit von United, City und Borussia haben beide Städte noch immer ein großes Image-Problem. Als ich vor kurzem in Deutschland einem Freund erzählte, dass ein großer Teil der BBC von London nach Manchester umgezogen sei, entgegnete der entsetzt, dass das für die Mitarbeiter ja ähnlich schlimm hätte sein müssen, wie wenn man von München nach Castrop-Rauxel zöge. Und einige Londoner BBC-Leute empfanden das wohl wirklich so. Umgekehrt begegnete ich hier in Manchester vor einiger Zeit einer Dresdenerin, die auf ihre Frage, woher in Deutschland ich käme, verständnisvoll lächelte und dann sagte, dass sie gut verstehen könnte, dass ich mit 19 so schnell wie möglich ausgewandert sei. Aber zumindest bei den Jugendlichen aus Manchester, mit denen ich arbeite, gibt es seit einigen Jahren einen neuen Trend: Dortmund ist plötzlich cool. Und zwar nicht nur ein bißchen, sondern so richtig.Noch vor ein paar Jahren war es ziemlich umständlich zu erklären, wo ich herkomme. Aus einer Stadt bei Köln, sagte ich meist, was nicht in der Nähe von München oder Berlin (den einzigen Orten, von denen die meisten Manc-Teenies bisher gehört hatten) läge sondern dann schon eher in Richtung Holland. Dortmund klang für viele Briten genauso exotisch wie für uns Wythenshawe oder Mytholmroyd. Aber seitdem der BVB so richtig gut spielt, hat sich einiges geändert. ‚Oh mein Gott! Wir haben eine Lehrerin aus… Dortmund!‘ schrie letzte Woche ein Schüler seinen Klassenkameraden auf dem Schulkorridor zu, nachdem ich mich vorgestellt hatte. ‚And she knows how to pronounce Reus!‘ (dessen korrekte Namensaussprache den Kindern bisher ein großes Rätsel gewesen war) ‚And she has heard of Großkreutz!‘ Ich war plötzlich so beliebt, dass die Nachbarklasse gleich auch noch bei mir ins Zimmer herein wollte und das ganze fast in eine Massenschlägerei auf dem Schulhof ausuferte. Aber die Beliebtheit Borussias zur Zeit liegt nicht einfach nur an ihrem derzeitigen Erfolg. Viele Engländer mögen die Mannschaft vielmehr deshalb, weil sie so gar nicht dem Stereotyp der arroganten, langweiligen, leistungsorientierten Deutschen entspricht. Und wegen des Trainers, der es wichtiger findet, berauschend zu spielen als nur zu gewinnen und es schafft, selbst mit seinem nicht ganz perfektem Englisch die sonst ziemlich Anti-Deutsch eingestellten Reporter der Sun und Daily Mail zum Lachen zu bringen. Aber eigentlich hat Manchester sowieso schon eine kleine Schwäche für die Borussia: schließlich ist das Symbol der Stadt die Honigbiene. Schwatzgelb eben.

 

                                                                                                                                                                       

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Die Eiserne Lady ist tot

Kein Kommentar. Oder vielleicht doch…                                                                                                         in den Worten von Manc Radio- und Fernsehmoderator Terry Christian:

Let’s not forget the misery she caused to millions, her description of Mandela as a terrorist, the destruction of our manufacturing base, her deregulation of the banks, her privatisation of our national assets including North Sea Oil – so the rich got richer – her fascist friends like Pinochet and Saddam Hussein and her support for Apartheid in South Africa and the way she prolonged the troubles in Northern Ireland – the mother of so many deaths and so much misery.
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Großbritanniens glücklichste Städte

Wer hätte es gedacht – ich wohne jetzt offiziell in der zweitglücklichsten Stadt Großbritanniens. In einer Umfrage von rightmove wurden 40000 Briten befragt, wie zufrieden sie mit den nachbarschaftlichen Verhältnissen, mit Sicherheit, Wohnraum, Preisen und kulturellen Angeboten sind. An erste Stelle wurde Harrogate in Yorkshire gewählt, gefolgt von Stockport und Ipswich. Die zehn Orte mit den unglücklichsten Bewohnern finden sich hingegen bis auf eine Ausnahme alle in London. Kaum überraschend – London ist eine der aufregendsten Städte der Welt, aber mittlerweile so überteuert, dass das Leben dort auf die Dauer keinen Spaß mehr macht. Die BBC hatte letztes Jahr den richtigen Riecher, als sie einen Großteil ihres Betriebs von London nach Manchester verlegt hat. The Northwest is eben the best!

Britain’s happiest places to live

1. Harrogate

2. Stockport

3. Ipswich

4. Exeter

5. St Albans

6. Kingston upon Thames

7. Bath

8. Worcester

9. Bromley

10. Truro

Britain’s unhappiest places to live

1. East London

2. Croydon

3. East central London

4. Ilford

5. South-east London

6. Enfield

7. North-west London

8. West London

9. Dudley

10. North London

 

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Lehreralltag in England

Lange Ferien, gesicherte Rente, erfüllende Arbeit? In England wird das Lehrerdasein jedes Jahr schlimmer. Schuld daran haben nicht zuletzt der britische Bildungsminister Michael Gove (dessen nettes Gesicht ihr links seht) und sein Chief Inspektor Michael Wilshaw, der dafür zuständig ist, die Qualität der Schulen zu prüfen. Laut der beiden ist alles Versagen auf eine einzige Gruppe zurückzuführen – die arbeitsscheuen Lehrer. ‘Lehrer wissen doch gar nicht, was Stress ist!’ behauptete Sir Wilshaw letztes Jahr. Im Guardian beschreiben jetzt sechs Lehrer ihren Schulalltag. Um sich irgendwie über Wasser zu halten, muss man an vielen Tagen bis spät in die Nacht arbeiten (ja, und all-nighters gehören auch dazu), einschließlich der Wochenenden. Nur um sich dann von Mr Gove hören zu lassen, dass man einfach faul und unfähig ist. Kein Wunder also, dass für dieses Jahr schon mehrere Streike geplant sind. Muss die Independent-Newspaper da wirklich fragen, warum Michael Gove so verhasst ist? It’s pretty bleeding obvious.

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Weiße Ostern

Schnee EnglandNein, auch hier ist der Frühling noch nicht angekommen. Es ist eisig kalt und in einigen Orten im Umkreis von Manchester liegen die Schneeverwehungen mehrere Meter hoch. Der kälteste Winter seit 1962 oder so. Und wäre das nicht schon schlimm genug, hat jetzt auch noch die Lammsaison begonnen. Tausende von kleinen Osterlämmern könnten in der Kälte sterben… wäre da nicht die Supermarktskette Waitrose, die 30.000 Lamm-Regenjacken gespendet hat, um die die Kleinen ein bißchen aufzuwärmen. Hurrah! Übrigens soll die Kälte noch bis Ende April anhalten. Langsam wird es Zeit, eine Reise in den Süden zu buchen…

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Keep Out: Englands Anti-Werbung fürs eigene Land

Keep out EnglandLaut des Guardian hat die britische Regierung vor, in Bulgarien und Rumänien Anti-Propaganda für das eigene Land zu machen. Damit, wenn für sie nächstes Jahr der britische Arbeitsmarkt offen wird, Leute aus den beiden Ländern nicht in allzu großen Mengen herüberkommen werden. Wie diese Anti-Werbung genau aussehen wird, wissen wir noch nicht. Vielleicht werden einfach ein paar Folgen von 999:What’s your Emergency? im rumänischen Fernsehen gezeigt? Oder es wird in Bulgarien eine Ausstellung des polnischen Fotografen Maciej Dakowicz über das britische Nachtleben geben? Erfolg werden wohl keine dieser Strategien haben. Ich spreche aus eigener Erfahrung. Schon seit Jahren versucht meine Mutter mich gegen Großbritannien aufzuwiegeln, in dem sie mir jede negative Schlagzeile über meine Wahlheimat aus der Zeitung ausschneidet und per Eilpost zusendet. Aber trotz aller Angstmache über Londoner Gangs, Kinderarmut und Komasaufen bleibe ich doch hier. Weil Großbritannien trotz aller Probleme sehr lebenswert ist. Und liebenswert sowieso. So Romanians and Bulgarians, don’t believe them! Ein paar von Euch passen hier bestimmt noch rein.

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It never rains in Manchester

klima in manchesterFür all diejenigen, die an den günstigen Klimaverhältnissen in Manchester zu zweifeln wagen…

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The Glamour of Manchester

Vor ein paar Tagen fand ich dieses tolle Motiv in der Manchester Art Gallery. Besonders mag ich die vorbeieilende Frau mit Regenschirm unten rechts – very glamorous indeed. Es ist das Titelbild eines Buches aus dem Jahr 1920, dass so schöne Kapitelüberschriften wie ‘Lord Byron ist es in Rochdale schrecklich langweilig’ oder ‘Charlotte Bronte verbringt ein paar miserable Tage in der Oxford Road’ vorzuweisen hat. Das  Schreiben dieses Buches scheint dem Autor D.L. Kelleher nicht viel Freude bereitet zu haben: ‘Im Winter regnet es meistens und im Sommer scheint die Sonne mit einer angsteinflössenden Ironie.’ Und dann ist da noch der Schlusssatz: ‘I have written down Manchester as I saw it. And seeing is often worse than believing.’

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